Gesundheit

Kaffee reduziert das Schlaganfallrisiko signifikant: Was Studien wirklich zeigen

Moderater Kaffeekonsum senkt laut großen Studien das Schlaganfallrisiko signifikant. Erfahre, wie viele Tassen optimal sind, welche Mechanismen dahinterstecken und wie du Kaffee herzgesund in deinen Alltag integrierst.[web:1][web:5]

Kaffee reduziert das Schlaganfallrisiko signifikant: Was Studien wirklich zeigen
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Lukas
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Kaffee galt lange als potenzieller Risikofaktor für Herz und Kreislauf – heute zeichnet die Forschung ein deutlich differenzierteres Bild. Mehrere große Beobachtungsstudien und Metaanalysen zeigen, dass ein moderater, regelmäßiger Kaffeekonsum mit einem signifikant verringerten Risiko für Schlaganfälle verbunden ist, vor allem im Bereich von etwa zwei bis fünf Tassen pro Tag.[web:1][web:5] Diese Effekte treten vor allem bei gesunden Erwachsenen auf und fügen sich in ein Gesamtbild, in dem Kaffee als Teil eines herzgesunden Lebensstils gesehen werden kann – sofern er bewusst und ohne übermäßigen Zucker oder stark kalorienreiche Zusätze getrunken wird.[web:3][web:16]

Wie Kaffee das Schlaganfallrisiko beeinflusst

Schlaganfälle entstehen in der Regel durch Durchblutungsstörungen im Gehirn (ischämischer Schlaganfall) oder Gefäßrisse (hämorrhagischer Schlaganfall). Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette, Rauchen, starkes Übergewicht und Bewegungsmangel. Kaffee greift an mehreren dieser Stellschrauben an, wobei die Gesamtwirkung vor allem von der langfristigen, nicht von der kurzfristigen Wirkung einzelner Tassen abhängt.[web:5][web:18]

Beobachtungsdaten aus großen Kohorten zeigen eine sogenannte u-förmige Beziehung zwischen Kaffeekonsum und kardiovaskulären Ereignissen: Menschen, die gar keinen Kaffee trinken, und solche mit extrem hohem Konsum haben tendenziell ein höheres Risiko, während moderater Konsum mit der niedrigsten Schlaganfallrate einhergeht.[web:5][web:15] In Analysen mit zehntausenden bis über einer Million Teilnehmenden lag das geringste Schlaganfallrisiko häufig im Bereich von etwa drei bis fünf Tassen pro Tag, verglichen mit Personen, die keinen oder nur selten Kaffee trinken.[web:5][web:19]

Was Studien konkret zeigen

Ein zentrales Argument für den schützenden Effekt von Kaffee ist die Konsistenz der Ergebnisse in vielen unabhängigen Studien. In Metaanalysen und großen Kohortenstudien zeigte sich, dass bereits ein bis drei Tassen Kaffee täglich das Schlaganfallrisiko signifikant senken können – teilweise um etwa 10 bis 20 Prozent im Vergleich zu sehr geringem oder keinem Konsum.[web:1][web:5] In manchen Auswertungen wurde sogar für jede zusätzliche Tasse innerhalb eines moderaten Bereichs ein leicht sinkendes relatives Risiko beschrieben, wobei der Effekt ab einer bestimmten Menge abflacht.[web:10][web:19]

Auch geschlechtsspezifische Analysen bestätigten diese Tendenz: In Untersuchungen mit Frauen war ein Konsum von rund einer bis vier Tassen Kaffee pro Tag mit einem deutlich reduzierten Schlaganfallrisiko verbunden.[web:6][web:12] Daten aus der UK Biobank und anderen großen Registern deuten zudem darauf hin, dass eine Kombination aus Kaffee und Tee das Risiko für Schlaganfall und teils sogar Demenz weiter reduzieren kann, insbesondere im Bereich von zwei bis drei Tassen Kaffee oder vier bis sechs Tassen Tee täglich.[web:3][web:11]

Warum moderater Konsum optimal ist

Die günstigsten Effekte auf das Schlaganfallrisiko wurden in mehreren Studien bei einem moderaten Konsum beobachtet – meist zwischen zwei und fünf Tassen täglich, wobei die genaue Menge je nach Studie leicht variiert.[web:5][web:16] In dieser Spanne profitieren viele Menschen offenbar von den positiven Effekten der im Kaffee enthaltenen bioaktiven Substanzen, ohne dass mögliche Nachteile eines sehr hohen Konsums überwiegen.[web:18][web:19]

Erst bei sehr hohen Mengen – häufig deutlich über sechs bis acht Tassen täglich – lassen einige Analysen einen möglichen Anstieg des Risikos für bestimmte Schlaganfallformen oder andere kardiovaskuläre Probleme vermuten.[web:2][web:11] Dennoch zeigt ein Teil der Daten, dass selbst höherer Konsum das Schlaganfallrisiko nicht zwangsläufig erhöht, sofern keine schweren Vorerkrankungen vorliegen und andere Lebensstilfaktoren günstig sind; die Sicherheit dieser Mengen ist aber deutlich schlechter belegt, und individuell können Beschwerden wie Nervosität, Schlafstörungen oder Blutdruckspitzen auftreten.[web:1][web:5]

Schützende Inhaltsstoffe im Kaffee

Kaffee ist weit mehr als nur Koffein: Er enthält hunderte bioaktive Substanzen, darunter Chlorogensäuren, Polyphenole und weitere Antioxidantien, die entzündungshemmend und gefäßschützend wirken können.[web:18][web:19] Diese Stoffe tragen dazu bei, oxidativen Stress zu reduzieren, die Funktion der Blutgefäße zu verbessern und langfristig Prozesse zu beeinflussen, die mit Arteriosklerose und Gefäßverkalkung in Verbindung stehen.[web:5][web:18]

Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass regelmäßiger Kaffeekonsum günstige Effekte auf den Stoffwechsel haben kann, etwa eine verbesserte Insulinsensitivität und ein geringeres Risiko für Typ-2-Diabetes – einen wichtigen Risikofaktor für Schlaganfälle.[web:18][web:19] Auch Leberfunktion, Entzündungsmarker und bestimmte Blutfette können durch langfristigen Kaffeekonsum positiv beeinflusst werden, was sich indirekt auf das Schlaganfallrisiko auswirkt.[web:11][web:19]

Blutdruck, Herz und Kreislauf

Oft besteht die Sorge, dass Kaffee den Blutdruck erhöht und dadurch Schlaganfälle begünstigt. Tatsächlich kann der Blutdruck nach einer Tasse Kaffee kurzfristig leicht ansteigen, insbesondere bei Menschen, die selten Koffein konsumieren.[web:18][web:19] Bei regelmäßigen Kaffeetrinkern gewöhnt sich der Körper jedoch in der Regel an diese Wirkung, sodass langfristig kein dauerhaft erhöhter Blutdruck nachweisbar ist; im Gegenteil, große Studien zeigen, dass moderater Kaffeekonsum insgesamt nicht mit einem höheren Schlaganfallrisiko assoziiert ist.[web:5][web:15]

Auch für Herzrhythmusstörungen gibt es differenzierte Daten: Während früher häufig vor Kaffee bei Herzproblemen gewarnt wurde, deuten neuere Auswertungen darauf hin, dass moderater Konsum bei den meisten Menschen unbedenklich ist und sogar mit geringerer kardiovaskulärer Sterblichkeit in Verbindung stehen kann.[web:11][web:14] Ausnahmen bilden Personen mit bestimmten Herzrhythmusstörungen oder sehr starker individueller Empfindlichkeit gegenüber Koffein, bei denen ärztlicher Rat sinnvoll ist und ein eingeschränkter oder koffeinfreier Konsum erwogen werden sollte.[web:11]

Kaffeesorte, Zubereitung und Zusätze

Nicht nur die Menge, sondern auch Art und Zubereitung des Kaffees spielen eine Rolle. Studien deuten darauf hin, dass sowohl Filterkaffee als auch Instant- oder gemahlener Kaffee mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse, einschließlich Schlaganfall, verbunden sein können.[web:11][web:18] Entkoffeinierter Kaffee zeigt in manchen Analysen ähnliche Tendenzen, was unterstreicht, dass nicht ausschließlich Koffein für die positiven Effekte verantwortlich ist.[web:11][web:19]

Weniger günstig wirken sich große Mengen Zucker, Sirup, Sahne oder stark gesüßte Kaffeegetränke aus, da sie die Kalorien- und Zuckerzufuhr deutlich erhöhen und damit Übergewicht, Diabetes und Blutfettstörungen fördern können.[web:2][web:6] Wer das Schlaganfallrisiko senken möchte, sollte Kaffee daher vorzugsweise schwarz, mit wenig Milch oder pflanzlichen Alternativen und ohne übermäßige Süßung trinken; so lassen sich die Vorteile des Getränks nutzen, ohne neue Risikofaktoren aufzubauen.[web:16][web:18]

Grenzen der Studienlage

Wichtig ist, dass es sich bei den meisten Untersuchungen um Beobachtungsstudien handelt, die Zusammenhänge, aber keine eindeutigen Ursache-Wirkungs-Beziehungen nachweisen können.[web:10][web:11] Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, unterscheiden sich oft in vielen weiteren Lebensstilfaktoren von Nicht-Kaffeetrinkern – etwa in Ernährung, Bewegung, Rauchen oder sozialen Parametern – und diese Einflüsse lassen sich statistisch nur begrenzt vollständig herausrechnen.[web:3][web:10]

Dennoch ist bemerkenswert, dass sich der schützende Zusammenhang zwischen moderatem Kaffeekonsum und Schlaganfall in verschiedenen Ländern, Altersgruppen und Datensätzen wiederholt findet.[web:1][web:5] Hinzu kommt, dass ähnliche Assoziationen auch für andere Endpunkte wie Gesamtsterblichkeit, Herz-Kreislauf-Tod und bestimmte Stoffwechselerkrankungen berichtet werden, was das Gesamtbild stützt.[web:11][web:14]

Wer besonders profitiert – und wer aufpassen sollte

Gesunde Erwachsene ohne schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen scheinen am meisten von einem moderaten, regelmäßigen Kaffeekonsum zu profitieren.[web:5][web:16] Für sie kann Kaffee ein Baustein eines präventiven Lebensstils sein, der zusätzlich auf Blutdruckkontrolle, Rauchstopp, Gewichtsmanagement, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung setzt.[web:14][web:16]

Vorsichtig sollten dagegen Personen mit unbehandeltem Bluthochdruck, bestimmten Herzrhythmusstörungen, schwerer Herzinsuffizienz, Schwangerschaftskomplikationen oder ausgeprägter Koffeinempfindlichkeit sein.[web:11][web:18] In diesen Fällen ist eine individuelle ärztliche Einschätzung ratsam, um zu klären, ob und in welcher Menge Kaffee sinnvoll ist oder ob entkoffeinierte Varianten die bessere Wahl darstellen.[web:11]

Praxisnahe Empfehlungen für den Alltag

Wer Kaffee liebt und sein Schlaganfallrisiko reduzieren möchte, kann einige einfache Richtlinien beachten. Die Mehrheit der Studien spricht für einen Konsum von etwa zwei bis fünf Tassen pro Tag als sinnvollen Rahmen, sofern keine medizinischen Gegenanzeigen bestehen.[web:5][web:16] Wichtig ist, auf den eigenen Körper zu hören: Treten Nervosität, Schlafstörungen, Herzrasen oder Magenbeschwerden auf, sollte die Menge reduziert oder auf koffeinärmere beziehungsweise entkoffeinierte Varianten umgestiegen werden.[web:18][web:19]

  • Kaffee bevorzugt ohne Zucker oder nur leicht gesüßt trinken, um Blutzucker und Gewicht im Griff zu behalten.[web:2][web:6]
  • Auf sehr große, stark gezuckerte Kaffeespezialitäten mit Sirup und Sahne im Alltag möglichst verzichten.[web:2][web:18]
  • Filterkaffee oder schonend zubereitete Varianten wählen, da sie teils günstigere Profile für Blutfette aufweisen.[web:11][web:18]
  • Koffeinfreier Kaffee kann eine gute Option sein, wenn Koffein schlecht vertragen wird, aber auf mögliche Vorteile von Kaffee nicht verzichtet werden soll.[web:11][web:19]
  • Kaffee als Ergänzung zu einem gesunden Lebensstil sehen – nicht als Ersatz für Blutdrucktherapie, Bewegung oder Nichtrauchen.[web:14][web:16]

Fazit: Kaffee als Baustein der Schlaganfallprävention

Die aktuelle Evidenz legt nahe, dass moderater Kaffeekonsum das Schlaganfallrisiko signifikant senken kann und nicht, wie lange vermutet, grundsätzlich eine Gefahr für Herz und Gefäße darstellt.[web:1][web:5] Besonders im Bereich von etwa zwei bis fünf Tassen pro Tag zeigt sich konsistent ein Vorteil gegenüber sehr geringem oder fehlendem Konsum, eingebettet in einen insgesamt gesunden Lebensstil.[web:3][web:16]

Wer Kaffee genießt, kann dies daher in vielen Fällen mit gutem Gewissen tun – vorausgesetzt, individuelle Gesundheitsfaktoren werden beachtet, übermäßiger Konsum vermieden und die Zubereitung nicht zur Zucker- und Kalorienfalle wird.[web:2][web:18] Kaffee ist kein Wundermittel, aber ein bemerkenswert vielseitiges Genussmittel, das in der richtigen Dosis einen messbaren Beitrag zur Reduktion des Schlaganfallrisikos leisten kann.[web:5][web:19]

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