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Heizung richtig einstellen: So sparen Sie Geld und schonen das Klima

Heizung nicht zu hoch einstellen: Erfahren Sie, welche Raumtemperaturen sinnvoll sind, wie Sie Heizkosten senken, gesundes Raumklima schaffen und gleichzeitig das Klima schützen.

Heizung richtig einstellen: So sparen Sie Geld und schonen das Klima
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Lukas
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Eine angenehm warme Wohnung ist wichtig für Wohlbefinden und Gesundheit – doch zu hoch eingestellte Heizungen treiben nicht nur Ihre Nebenkosten in die Höhe, sondern belasten auch Umwelt und Klima. Viele Haushalte verschwenden jedes Jahr unnötig Energie, weil Räume dauerhaft überheizt werden oder die Heizung ineffizient betrieben wird. Dabei reichen schon ein paar einfache Anpassungen, um deutlich zu sparen, ohne auf Komfort verzichten zu müssen.

Dieser Beitrag zeigt, warum es sinnvoll ist, die Heizung nicht zu hoch einzustellen, welche Temperaturen in den einzelnen Räumen empfohlen werden und mit welchen praktischen Maßnahmen Sie Ihre Heizkosten dauerhaft senken können. Gleichzeitig erfahren Sie, wie ein bewusster Umgang mit Wärme einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Warum eine zu hoch eingestellte Heizung problematisch ist

Viele Menschen drehen die Heizung aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit stärker auf, als eigentlich nötig wäre. Die Differenz macht sich aber deutlich auf der Jahresabrechnung bemerkbar. Entscheidend ist dabei nicht nur die eingestellte Temperatur, sondern auch, wie lange und in welchen Räumen geheizt wird.

Zum einen steigen die Heizkosten mit jedem zusätzlichen Grad Raumtemperatur deutlich an. Zum anderen führt übermäßiges Heizen zu einer höheren CO₂-Emission, da in den meisten Gebäuden noch immer fossile Energieträger wie Gas oder Öl eingesetzt werden. So hat die individuelle Einstellung der Heizung direkte Auswirkungen auf den Energieverbrauch und damit auch auf die Umwelt.

Wie viel bringt ein Grad weniger wirklich?

Eine Faustregel, die in der Energieberatung häufig verwendet wird, lautet: Senken Sie die Raumtemperatur im Schnitt um 1 Grad Celsius, können Sie ungefähr 6 % Heizenergie einsparen. Das bedeutet, wer sein Wohnzimmer statt auf 23 °C nur auf 21 °C beheizt, reduziert den Energieverbrauch bereits deutlich, ohne spürbar an Komfort zu verlieren.

Diese Einsparung macht sich besonders in unsanierten oder nur teilweise gedämmten Gebäuden bemerkbar, weil dort die Wärmeverluste höher sind. Aber auch in modernen, gut gedämmten Häusern lohnt es sich, über die optimale Einstellung nachzudenken, um den Energiebedarf weiter zu senken.

Gesunde und sinnvolle Raumtemperaturen

Nicht jeder Raum muss gleich warm sein. Unterschiedliche Nutzungen erfordern unterschiedliche Temperaturen. Wer hier bewusst steuert, vermeidet unnötiges Heizen und verbessert sogar das Raumklima.

Empfohlen werden in der Regel folgende Richtwerte:

  • Wohnzimmer: etwa 20–22 °C. Diese Temperatur wird von den meisten Menschen als angenehm empfunden, wenn sie sich länger im Raum aufhalten.
  • Schlafzimmer: etwa 16–18 °C. Etwas niedrigere Temperaturen fördern häufig einen besseren Schlaf und sind in der Regel völlig ausreichend.
  • Küche: etwa 18–20 °C. Durch Kochen und Backen entsteht zusätzliche Wärme, sodass nicht übermäßig geheizt werden muss.
  • Badezimmer: etwa 22–23 °C. Hier darf es kurzfristig etwas wärmer sein, beispielsweise morgens und abends für die Körperpflege.
  • Flure und Nebenräume: etwa 16–18 °C. Diese Räume müssen meist nicht dauerhaft auf Wohnzimmertemperatur beheizt werden.

Wichtig ist, die individuellen Bedürfnisse und die Gebäudesituation zu berücksichtigen. Wer leicht friert, kann lieber zu einem Pullover oder einer Decke greifen, anstatt dauerhaft die Heizung höher zu stellen.

Die Rolle des Thermostats: Richtig einstellen statt aufdrehen

Moderne Thermostatventile machen die Heizungssteuerung einfacher, werden aber häufig falsch verwendet. Viele drehen bei Kälte spontan auf die höchste Stufe, in der Annahme, der Raum werde dadurch schneller warm. Das ist ein Irrtum: Die Heizung heizt nicht schneller, sondern nur länger, bis die eingestellte Maximaltemperatur erreicht ist.

Die Skalen auf den Thermostaten stehen meist für ungefähre Temperaturen. Zwar sind die Werte modellabhängig, doch grob gilt:

  • Stufe 1: etwa 12–14 °C
  • Stufe 2: etwa 16–17 °C
  • Stufe 3: etwa 20–21 °C
  • Stufe 4: etwa 23–24 °C
  • Stufe 5: etwa 26–28 °C

Für die meisten Wohnräume ist also Stufe 3 völlig ausreichend. Wird die Heizung auf 4 oder 5 gestellt, heizt sie die Luft so lange weiter, bis diese höheren Temperaturen erreicht sind – meist deutlich über dem, was nötig ist.

Heizkosten senken: Praktische Tipps für den Alltag

Mit ein paar einfachen Gewohnheiten im Alltag lässt sich der Heizenergieverbrauch merklich reduzieren. Viele dieser Maßnahmen erfordern keine großen Investitionen, sondern nur etwas Aufmerksamkeit und Konsequenz.

  • Regelmäßig lüften – aber richtig: Anstatt Fenster dauerhaft zu kippen, ist Stoßlüften die bessere Wahl. Mehrmals täglich für etwa 5–10 Minuten die Fenster weit öffnen, möglichst Querlüften durch gegenüberliegende Fenster oder Türen. Währenddessen die Thermostate herunterdrehen, damit die Heizung nicht gegen offene Fenster arbeitet.
  • Heizkörper freihalten: Verstellte Heizkörper durch Möbel, Vorhänge oder Verkleidungen können die Wärme nicht effizient in den Raum abgeben. Besser ist es, mindestens einige Zentimeter Abstand zu lassen und Luft frei zirkulieren zu lassen.
  • Richtige Nachtabsenkung: Nachts und bei längerer Abwesenheit kann die Temperatur leicht abgesenkt werden. Es ist jedoch nicht empfehlenswert, Räume komplett auskühlen zu lassen, da das erneute Aufheizen dann mehr Energie benötigen kann und die Gefahr von Feuchtigkeit und Schimmel steigt.
  • Türen zwischen warmen und kühleren Räumen schließen: So verhindern Sie, dass Wärme aus beheizten Räumen in Flure oder weniger genutzte Zimmer entweicht.
  • Wärmeverlust an Fenstern reduzieren: Dichte Vorhänge oder Rollos, die nachts geschlossen werden, können helfen, Wärme im Raum zu halten. Tagsüber sollten Vorhänge bei Sonnenschein geöffnet werden, damit sich die Räume durch die Sonnenstrahlung zusätzlich erwärmen.
  • Programmierung von Heizzeiten: Wenn Ihre Heizung oder Ihre Thermostate eine Zeitschaltfunktion besitzen, lohnt sich die Nutzung. So wird genau dann geheizt, wenn Sie die Wärme benötigen – etwa morgens vor dem Aufstehen und abends, wenn Sie zu Hause sind.

Gesundes Wohnklima statt trockener Heizungsluft

Zu hoch eingestellte Heizungen können das Raumklima unangenehm verändern. Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf, wodurch die Luft im Raum schneller trocken wird. Trockene Schleimhäute, gereizte Augen und Kopfschmerzen sind häufige Folgen. Besonders in der Heizperiode steigt das Risiko für Atemwegsinfekte, wenn die Raumluft dauerhaft zu warm und zu trocken ist.

Wer auf moderate Temperaturen achtet, tut also nicht nur etwas für den Geldbeutel, sondern auch für die Gesundheit. Ergänzend kann es sinnvoll sein, regelmäßig zu lüften und bei Bedarf die Luftfeuchtigkeit durch Zimmerpflanzen oder geeignete Luftbefeuchter in einem gesunden Bereich zu halten. Ein Bereich von etwa 40–60 % relativer Luftfeuchtigkeit gilt als angenehm und gesund.

Heizung optimieren: Technik sinnvoll nutzen

Neben dem individuellen Verhalten spielt auch die Technik der Heizungsanlage eine große Rolle. Selbst bei gleicher Temperatur können gut gewartete und richtig eingestellte Systeme erheblich weniger Energie verbrauchen.

  • Hydraulischer Abgleich: Durch einen fachgerechten hydraulischen Abgleich werden alle Heizkörper gleichmäßig mit Wärme versorgt. Das verhindert überhitzte und unterversorgte Räume sowie störende Geräusche im System und spart Energie.
  • Moderne Thermostate: Digitale oder smarte Thermostate ermöglichen eine präzisere Steuerung der Raumtemperatur und können automatisch an Tageszeiten, Anwesenheit oder sogar Wetterdaten angepasst werden.
  • Regelmäßige Wartung: Ein effizient arbeitender Heizkessel verbraucht weniger Brennstoff. Filter, Brenner und Regeltechnik sollten daher regelmäßig durch einen Fachbetrieb überprüft und gewartet werden.
  • Vorlauftemperatur anpassen: Viele Heizungsanlagen laufen mit einer höher eingestellten Vorlauftemperatur, als nötig wäre. Eine Anpassung durch Fachpersonal kann helfen, Energie zu sparen und die Heizkosten dauerhaft zu senken.

Die Bedeutung von Dämmung und Gebäudehülle

Auch wenn das Nutzerverhalten großen Einfluss auf den Energieverbrauch hat, darf die Gebäudehülle nicht vergessen werden. Ungedämmte Außenwände, alte Fenster oder schlecht isolierte Dächer führen zu erheblichen Wärmeverlusten. In solchen Fällen muss die Heizung mehr leisten, um die gewünschten Temperaturen zu halten – oft mit hohen Kosten.

Wer langfristig sparen möchte, sollte daher über energetische Sanierungsmaßnahmen nachdenken. Dazu gehören unter anderem der Austausch alter Fenster, die Dämmung der Außenwände oder der obersten Geschossdecke sowie die Modernisierung der Heizungsanlage. Solche Investitionen amortisieren sich häufig über die Jahre durch niedrigere Energiekosten und steigern zugleich den Wohnkomfort.

Heizen und Klimaschutz: Ihr Beitrag zählt

Heizen zählt zu den größten Energieverbrauchern im privaten Bereich. Je niedriger der individuelle Verbrauch, desto geringer fällt der CO₂-Ausstoß aus. In der Summe macht das einen erheblichen Unterschied, insbesondere in dicht besiedelten Regionen oder bei großen Wohnanlagen.

Durch ein bewusstes Heizen – also angemessene Temperaturen, gute Einstellungen und effiziente Technik – leisten Sie einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig erhöhen Sie die Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen und fördern eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen.

Typische Fehler beim Heizen und wie Sie diese vermeiden

Viele Verhaltensweisen sind zur Gewohnheit geworden, obwohl sie Energie verschwenden. Wer diese typischen Fehler kennt, kann sie gezielt vermeiden.

  • Dauerhaft gekippte Fenster: Kippstellung führt zu kontinuierlichem Wärmeverlust, ohne einen wirkungsvollen Luftaustausch zu gewährleisten. Besser ist kurzes, intensives Stoßlüften.
  • Heizung voll aufdrehen bei Kälte: Eine hohe Thermostatstufe beschleunigt das Aufheizen nicht. Stattdessen sollte die Zieltemperatur sinnvoll gewählt und beibehalten werden.
  • Räume vollständig auskühlen lassen: Wer die Heizung komplett abstellt, riskiert nicht nur Schimmelbildung, sondern braucht später mehr Energie zum Wiederaufheizen. Eine moderate Grundtemperatur ist meist effizienter.
  • Heizkörper regelmäßig verdecken: Große Möbelstücke direkt vor der Heizung oder lange Vorhänge blockieren die Wärmeabgabe. Die Heizung läuft dann länger, um die gleiche Raumtemperatur zu erreichen.
  • Verschmutzte oder zugedrehte Thermostatköpfe: Staub, Farbe oder blockierte Thermostatventile können dazu führen, dass die Regelung nicht mehr korrekt funktioniert. Eine gelegentliche Reinigung und Prüfung lohnt sich.

Komfort bewahren und trotzdem sparen

Viele Menschen befürchten, frieren zu müssen, wenn sie ihre Heizung niedriger einstellen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass schon kleine Verhaltensanpassungen ausreichen, um ohne Komfortverlust weniger Energie zu verbrauchen. Warme Kleidung, gemütliche Decken und Teppiche auf kalten Böden tragen wesentlich dazu bei, dass sich ein Raum auch bei etwas geringerer Temperatur angenehm anfühlt.

Zusätzlich hilft es, die eigenen Gewohnheiten zu beobachten: Muss wirklich jeder Raum dauerhaft warm sein? Wird das Schlafzimmer tagsüber genutzt? Wie oft hält man sich im Arbeitszimmer auf? Wer hier differenziert denkt und die Heizung entsprechend steuert, kann den Energieverbrauch spürbar senken.

Fazit: Bewusst heizen lohnt sich doppelt

Die Heizung nicht zu hoch einzustellen, ist eine einfache, aber äußerst wirkungsvolle Maßnahme, um Heizkosten zu sparen und gleichzeitig das Klima zu schonen. Angepasste Raumtemperaturen, ein sinnvoller Einsatz von Thermostaten, regelmäßiges und korrektes Lüften sowie kleine technische Optimierungen machen in der Summe einen großen Unterschied.

Wer bewusst heizt, profitiert von mehreren Vorteilen: geringeren Energiekosten, einem gesünderen Raumklima, mehr Unabhängigkeit von Energiepreisschwankungen und einem aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Schon der erste Schritt – das Überprüfen der aktuellen Einstellungen – kann der Anfang einer dauerhaft effizienteren und nachhaltigeren Heizstrategie sein.

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