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Fünf-Rollen-Skates für Speed: Worauf Speedskater wirklich achten sollten

Fünf-Rollen-Skates im Speedskating: Erfahre, für wen sich das 5-Rollen-Setup lohnt, welche Vorteile es bietet und worauf du beim Kauf achten solltest.

Fünf-Rollen-Skates für Speed: Worauf Speedskater wirklich achten sollten
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Lukas
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Fünf-Rollen-Skates gelten seit vielen Jahren als klassisches Werkzeug für ambitionierte Speedskater. Sie stehen für hohe Stabilität, laufruhige Performance und ein sehr direktes Fahrgefühl, das besonders auf längeren Distanzen überzeugt. Wer von Fitness-Inlinern auf Speedskates umsteigt oder gezielt schneller werden möchte, stößt früher oder später auf den Begriff „Fünf-Rollen-Setup“ und fragt sich, ob sich dieser Aufbau heute noch lohnt.

Moderne Speedskates setzen zwar häufig auf drei oder vier große Rollen, doch Fünf-Rollen-Skates haben nach wie vor ihren festen Platz – vor allem, wenn Kontrolle, Komfort und ein sicherer Stand im Vordergrund stehen. In diesem Artikel erfährst du, wie Fünf-Rollen-Skates aufgebaut sind, für wen sie sich eignen, welche Vorteile sie im Speed-Bereich bieten und worauf du vor dem Kauf unbedingt achten solltest. So triffst du eine fundierte Entscheidung und holst das Maximum aus deinem nächsten Setup heraus.

Was Fünf-Rollen-Skates auszeichnet

Der auffälligste Unterschied zu herkömmlichen Inlinern ist der verlängerte Rahmen, auf dem fünf statt vier Rollen montiert sind. Dadurch verteilt sich dein Gewicht auf eine größere Auflagefläche und du stehst deutlich ruhiger auf dem Skate. Gerade bei längeren Gleitphasen in hoher Geschwindigkeit reduziert der lange Frame unerwünschte Wackler und sorgt für ein satteres Fahrgefühl.

Weil die Rollen enger beieinanderliegen, überrollen Fünf-Rollen-Skates kleine Kanten, Fugen und rauen Asphalt besonders geschmeidig. Das schont nicht nur die Gelenke, sondern gibt dir auch mehr Sicherheit, wenn der Untergrund nicht perfekt ist. Gleichzeitig bleibt der Schwerpunkt meist etwas niedriger als bei modernen Setups mit sehr großen Rollen, was Einsteigern und Umsteigern den Zugang zum Speedskaten erleichtert.

Typische Einsatzbereiche im Speedskating

Fünf-Rollen-Skates werden besonders häufig im Ausdauer- und Langstreckenbereich genutzt. Hier kommt ihre Stärke beim ruhigen Geradeauslauf voll zur Geltung. Auf Marathon- und Halbmarathon-Distanzen profitieren viele Fahrer von der Kombination aus Komfort, Kontrolle und konstanter Geschwindigkeit, die sich mit einem passenden Setup erreichen lässt.

Auch im Training sind Fünf-Rollen-Skates interessant, wenn du eine solide Technik und saubere Druckphasen aufbauen möchtest. Der lange Rahmen zwingt dazu, sauber über die gesamte Rollenlänge zu fahren, anstatt nur über die mittleren Rollen zu stehen. Dadurch schulst du automatisch einen volleren Abdruck und eine bessere Körperposition, was sich später auch auf schnellere, modernere Setups übertragen lässt.

Vorteile für Speed und Kontrolle

Auf den ersten Blick wirkt eine zusätzliche Rolle wie ein Nachteil: Mehr Kontaktfläche bedeutet grundsätzlich mehr Reibung. In der Praxis gleichen Fünf-Rollen-Skates dies aber oft durch einen effizienteren Abdruck und eine höhere Laufruhe aus. Wenn du stabiler stehst, kannst du länger auf einem Bein gleiten, den Druck besser dosieren und deine Kraft gezielter nach hinten-abwärts abgeben.

Besonders bei gleichmäßig hohen Reisegeschwindigkeiten spielt das eine große Rolle. Anstatt ständig korrigieren zu müssen, kannst du dich auf Technik, Rhythmus und Atmung konzentrieren. Viele Speedskater empfinden Fünf-Rollen-Frames daher auf welligem Untergrund oder leicht unruhigen Streckenprofilen als entspannter zu fahren, obwohl sie in engen Kurven etwas träger reagieren.

Rahmenlänge und Wendigkeit

Der große Nachteil von Fünf-Rollen-Skates zeigt sich in der Wendigkeit. Der deutlich längere Rahmen reagiert träger auf Richtungswechsel und erfordert mehr Platz in Kurven. Auf engen Rundkursen, technisch anspruchsvollen Strecken oder beim Stadt-Skaten sind kürzere Vier- oder Drei-Rollen-Frames spürbar im Vorteil. Wenn du häufig enge Kehren, Slaloms oder schnelle Spurwechsel fährst, musst du diesen Kompromiss bedenken.

Für klassisches Speedskating auf breiten Radwegen, Straßenkursen oder Bahnabschnitten mit großzügigen Kurvenradien fällt dieser Nachteil jedoch oft weniger ins Gewicht. Dort überwiegt die höhere Stabilität, und du kannst lernen, Kurven vorausschauender und mit sauberer Linienwahl zu fahren, anstatt sie durch schnelle Zickzack-Bewegungen zu „retten“.

Radgrößen und Setups für Fünf-Rollen-Skates

Historisch wurden Fünf-Rollen-Skates häufig mit vergleichsweise kleinen Rollen um 80 bis 84 Millimeter gefahren. Das hält den Schwerpunkt niedrig und sorgt für ein neutrales Handling, das sowohl für Einsteiger als auch für fortgeschrittene Fahrer gut kontrollierbar bleibt. Die Rollen drehen schneller, beschleunigen dafür aber leichtfüßig, was vor allem bei vielen kurzen Antritten angenehm ist.

Durch den technischen Fortschritt im Rollenbereich sind heute auch Setups mit etwas größeren Durchmessern möglich, solange die Gesamtlänge des Rahmens noch sinnvoll fahrbar bleibt. Für die meisten Speedskater sind Konfigurationen mit mittleren Rollengrößen im Fünf-Rollen-Setup ein guter Kompromiss: genug Speed, ohne dass die Skates kopflastig oder zu kippelig werden. Wer sehr hohe Endgeschwindigkeit auf absolut freier Strecke sucht, greift eher zu modernen Drei- oder Vier-Rollen-Setups mit sehr großen Rollen, nutzt Fünf-Rollen-Skates aber weiterhin gezielt für Technik und Ausdauertraining.

Für wen eignen sich Fünf-Rollen-Skates?

Fünf-Rollen-Skates sind interessant für alle, die vom Freizeit- oder Fitness-Skaten in Richtung Speed gehen möchten, ohne sich gleich auf ein extremes High-End-Race-Setup mit riesigen Rollen festzulegen. Der verlängerte Rahmen vermittelt viel Vertrauen, weil du dich sicherer und „geerdeter“ fühlst. Das hilft, wenn du zwar schon solide fahren, aber hohe Geschwindigkeiten noch nicht vollkommen entspannt kontrollieren kannst.

Auch leichtere oder technisch noch unsichere Fahrer profitieren von der Kombination aus Komfort und Führung. Der niedrigere Aufbau im Vergleich zu sehr großen Rollen erleichtert das Halten des Gleichgewichts in der Gleitphase, wodurch du mehr Fokus auf saubere Beinachse, Hüftrotation und Armführung legen kannst. Für reine Bahn-Sprinter oder sehr enge Stadtstrecken sind Fünf-Rollen-Skates hingegen weniger ideal, hier zählt maximale Wendigkeit mehr als Stabilität.

Schuh, Passform und Komfort

Der beste Rahmen bringt wenig, wenn der Schuh nicht richtig sitzt. Speedskates mit fünf Rollen werden meist mit relativ steifen Hartschalen oder halbsteifen Carbon-Composite-Schalen kombiniert, die viel Kraftübertragung ermöglichen. Eine enge, aber punktuell druckfreie Passform ist entscheidend, damit du lange Distanzen ohne Druckstellen, Taubheitsgefühle oder Blasen bewältigen kannst.

Gerade im Speedbereich lohnt es sich, bei der Anprobe auf Details zu achten: Deine Ferse sollte fest im Schuh sitzen, ohne nach oben zu rutschen, und der Mittelfuß darf zwar stramm, aber nicht eingequetscht sein. Eine zu weite Passform führt zu Energieverlust und Instabilität, eine zu enge Passform macht längere Einheiten zur Qual. Bei ambitionierten Fahrern kann ein thermoformbarer Schuh sinnvoll sein, der durch Erwärmung an den Fuß angepasst wird.

Lager, Rollenhärte und Fahrgefühl

Für einen spürbaren Geschwindigkeitsvorteil kommt es nicht nur auf die Anzahl der Rollen, sondern auch auf deren Qualität an. Hochwertige Speedrollen mit rundem oder leicht elliptischem Profil rollen leicht an, bieten guten Grip in der Kurve und lassen sich präzise steuern. Die Härte der Rollen beeinflusst sowohl das Tempo als auch den Komfort: harte Rollen laufen schneller und verschleißen langsamer, übertragen aber mehr Vibrationen auf deinen Körper.

Auf rauem Asphalt ist eine moderat harte Mischung oft der beste Kompromiss. So bleibt dein Skate berechenbar und komfortabel, ohne dass du zu viel Tempo opferst. In Kombination mit hochwertigen Lagern, die regelmäßig gereinigt und leicht geölt werden, entsteht ein Setup, das seine Stärken auf langen, gleichmäßigen Strecken voll ausspielen kann und dennoch nicht nervös wirkt.

Training mit Fünf-Rollen-Skates optimieren

Wenn du Fünf-Rollen-Skates gezielt fürs Training einsetzt, profitierst du besonders von ihrer Stabilität. Du kannst dich stärker auf Technikübungen wie sauberen Beinwechsel, verlängerte Gleitphasen oder kontrollierten Doppelabdruck konzentrieren, ohne ständig gegen ein nervöses Setup arbeiten zu müssen. Nutze dies im Training und fahre bewusst längere Sequenzen auf einem Bein, um Balance und Körperlinie zu schulen.

Auch Intervalle mit wechselnden Geschwindigkeiten eignen sich gut. Durch den langen Rahmen bleibt deine Linie selbst bei höherem Tempo relativ ruhig, was es dir leichter macht, an Kondition und Laktattoleranz zu arbeiten. Viele Speedskater verwenden Fünf-Rollen-Skates deshalb als „Trainingsplattform“, um an Technik und Ausdauer zu feilen, und steigen für Wettkämpfe auf ein etwas aggressiveres, wendigeres Setup um.

Wichtige Kaufkriterien im Überblick

Vor der Anschaffung solltest du dir einige grundlegende Fragen stellen, um das richtige Modell zu finden. Wichtig sind vor allem dein Erfahrungslevel, dein Haupteinsatzgebiet und deine Prioritäten bei Komfort, Geschwindigkeit und Wendigkeit. Im Zweifel lohnt es sich, lieber ein etwas konservativeres Setup zu wählen, das du wirklich kontrollieren kannst, als einen extremen Rennschuh mit übertrieben sportlicher Geometrie.

  • Erfahrungsniveau realistisch einschätzen und weder unter- noch überfordern.
  • Einsatzbereich klären: längere Distanzen, Training, gelegentliche Wettkämpfe oder Alltag.
  • Rahmenlänge und Rollengröße auf deine Körpergröße und deinen Fahrstil abstimmen.
  • Auf hochwertige Rollen und gut gewartete Lager achten, um das volle Speed-Potenzial zu nutzen.
  • Schuhpassform niemals zugunsten von Optik oder vermeintlichen Top-Spezifikationen vernachlässigen.

Fazit: Lohnt sich ein Fünf-Rollen-Setup?

Ob sich Fünf-Rollen-Skates für dich lohnen, hängt stark von deinen Zielen und dem geplanten Einsatz ab. Wer vor allem hohe Endgeschwindigkeiten auf topfebenen Rennstrecken sucht, findet in modernen Drei- oder Vier-Rollen-Setups mit sehr großen Rollen oft die schnellere Lösung. Wenn dir jedoch Komfort, Stabilität und ein kontrollierbares Fahrverhalten auf längeren Strecken wichtig sind, bleibt das Fünf-Rollen-Setup eine äußerst interessante Option.

Gerade als Speed-Einsteiger oder Technik-orientierter Fahrer kannst du mit Fünf-Rollen-Skates enorm profitieren. Du baust eine saubere Basis auf, lernst, deine Kraft effizient einzusetzen, und entwickelst ein feines Gefühl für Kurven, Linienwahl und Gleitphasen. Mit dem passenden Schuh, sorgfältig ausgewählten Rollen und einem Rahmen, der zu dir passt, werden Fünf-Rollen-Skates zu einem zuverlässigen Werkzeug für schnelle, aber kontrollierte Kilometer – im Training wie auch bei deinen nächsten Langstrecken-Events.

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